25. Kreuzweg auf der Halde symbolisiert Verbundenheit von Kirche und Bergbau

Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus führt der Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“ mit Unterstützung der RAG-Stiftung die traditionelle Kreuzwegprozession fort. Ruhrbischof Overbeck dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und warb in seiner Ansprache für „eine ökologische Umkehr“ der Gesellschaft.

Mehr als 2500 Gläubige haben am Karfreitag in Bottrop gemeinsam mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und zahlreichen Vertretern des Bergbaus den traditionellen Kreuzweg auf der Halde Haniel gebetet. Bei strahlendem Sonnenschein zogen Männer, Frauen und viele Kinder betend und singend an den 15 Stationen vorbei, die an den Leidensweg Jesu erinnern und ihn mit Themen des Bergbaus verbinden. Der Kreuzweg, den die Christen im Ruhrbistum in diesem Jahr zum 25. Mal beteten, zeigt damit auf einzigartige Weise die enge Verbindung zwischen Bergbau und Kirche.

Auch deshalb waren sich die Beteiligten im Ruhrgebiet schnell einig, dass diese Tradition nach dem aktiven Steinkohlenbergbau in Bottrop erhalten werden soll. Zum ersten Mal organisierte in diesem Jahr der „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“ die Kreuzwegprozession. Der RAG-Stiftung war es ein besonderes Anliegen, die Tradition des Kreuzwegs auf der Halde Haniel zu wahren, sie unterstützt das Projekt daher maßgeblich. Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, betont: „Die RAG-Stiftung sieht sich auch und gerade nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet bergmännischen Traditionen verpflichtet. Es ist uns eine große Freude, dem Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“ die Mittel zur Verfügung zu stellen, um dieses wichtige Zeugnis religiöser Bergbautradition zu pflegen und zu erhalten.“

Ruhrbischof Overbeck dankte der RAG-Stiftung, den Stadtdekanaten Bottrop und Oberhausen, der KAB und vielen anderen Partnern für dieses große, gemeinsame Engagement: „Hier zeigt sich auf wunderbare Weise, dass sich Dynamiken, die für die Welt des Bergbaus und für unser Bistum von großer Bedeutung gewesen sind, auf neue Weise fortsetzen.“ In seiner Ansprache im Gottesdienst vor dem großen Gipfelkreuz der Halde warb der Bischof dafür, die Bergbau-Werte Solidarität und Vertrauen in eine Zukunft zu tragen, in der Nachhaltigkeit und Ökologie eine wichtigere Rolle spielen. Es brauche eine neue Form der Solidarität, so Overbeck: „Es geht um Aufmerksamkeit auf die Natur und die Solidarität mit der Schöpfung“, betonte der Bischof. Dabei verwies er auf die schwedische Jugendliche Greta Thunberg und die internationalen Schülerproteste der „Fridays for future“-Bewegung und fragte: „Sind wir verantwortungsbewusst und solidarisch mit den Generationen, die nach uns kommen?“ Overbeck warb für „eine ökologische Umkehr“. Es gelte „unseren Lebensstil zu verändern, in den Entscheidungsprozessen Dialog und Transparenz zu üben – gerade im Blick auf die Bewahrung der Schöpfung – und ein neues Bündnis zwischen uns Menschen und der Umwelt zu schaffen und umzusetzen“. Es gehe um eine „Zäsur, die wir nicht nur wahrnehmen, sondern auch annehmen müssen“.

RAG-Werksleiter Thomas Telsemeyer begrüßte neben dem Bischof den Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler, weitere Vertreter der Kirche sowie der RAG. Telsemeyer betonte, dass das Projekt des Kreuzweges auf der Halde Haniel die Verbindung von Kirche und Bergbau erlebbar macht und auch in der Nachbergbauphase ein starkes Zeichen setzt.

Der Erlös der Kollekte des Karfreitagskreuzwegs geht in diesem Jahr an das Kinderdorf „Am Köllnischen Wald“. Das Kinderdorf bietet eine Betreuung in stationären Wohngruppen oder in den eigenen Wohnungen der Jugendlichen an und unterstützt intensiv die Verselbstständigung, um den Kindern und Jugendlichen gute Zukunftschancen zu ermöglichen.

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